Sommerzeit - Zeckenzeit

Veröffentlicht am 6. Mai 2026 um 11:00

Zecken, Babesiose („Hundemalaria“) & Zeckenschutz – wichtig für deinen Hund

Zecken sind in unserem Alltag leider längst angekommen – und das Saarland wird zunehmend als rote Zone eingeordnet. Gleichzeitig hört man immer öfter von Fällen von Babesiose, auch bekannt als „Hundemalaria“. Die Krankheit ist heute gut behandelbar – aber: Die Symptome sind sehr vielseitig, sodass es nicht immer sofort auffällt, was genau hinter den Beschwerden steckt.

Gerade deshalb ist es so wichtig, das Thema Zeckenprophylaxe nicht „irgendwann mal“ anzugehen, sondern bewusst – mit Plan, Routine und den passenden Schutzmaßnahmen.

Wann und wo ist mit Zecken zu rechnen?

Zecken sind nicht nur im hohen Gras anzutreffen. Sie können überall dort vorkommen, wo es warm, feucht und bewachsen ist:

  1. Im Wald & Unterholz
    Besonders am Waldrand, in Sträuchern und auf Wegen mit dichter Vegetation sind sie häufig zu finden.

  2. Im hohen Gras, am Feldrand und in Wiesen
    Bereits mittellanges Gras kann ausreichen – Zecken klettern oft nur wenige Zentimeter bis zu geeigneten „Kontaktpunkten“, von denen sie sich abstreifen lassen. Das Bild, dass Zecken springen oder von Bäumen fallen, ist ein Mythos.

  3. In Gärten, Parks und Grünflächen
    Auch hier können Zecken leben, insbesondere nach längeren Trockenperioden, gefolgt von feuchtem Wetter.

  4. Auf Spazierwegen und abseits der Wege
    Besonders wenn Hunde durch Gebüsch, Dornen, Brombeeren oder hohes Gras laufen, besteht ein erhöhtes Risiko.

  5. Saisonal – aber nicht nur im „Sommer“
    In milden Wetterphasen können Zecken bereits früh aktiv sein oder über längere Zeiträume auftreten. Verlasse dich daher nicht nur auf den Kalender, sondern auch auf das Wetter und die Umgebung, denn bereits ab Temperaturen von 10°C sind die kleinen Spinnentiere aktiv.

  6. Schwül-warmes Wetter
    Zecken bevorzugen feucht-warmes Wetter. Nach Regenschauern und steigenden Temperaturen ist mit einer erhöhten Aktivität zu rechnen. In langen Trockenperioden sind sie oft weniger aktiv.

  7. Hyalomma-Zecke – die Besonderheit
    Im Gegensatz zu anderen Zecken geht die Hyalomma, die größte Zeckenart in unserer Region (nüchtern etwa 5 mm, vollgesogen bis zu 20 mm), aktiv auf die Jagd nach ihrer Beute. Im Umkreis von etwa 10 m kann sie Beute wahrnehmen und verfolgt diese über 100 m oder mehr mit einer bemerkenswerten Geschwindigkeit von etwa 1 m pro Minute.

 


Warum ist der richtige Schutz so wichtig?

Babesiose ist nur eine von vielen Erkrankungen, die durch Zecken übertragen werden. Für viele Tierhalter gehört sie jedoch zu den beunruhigendsten.
Die Babesiose, auch bekannt als „Hundemalaria“, ist eine gefährliche Infektionskrankheit, die durch Blutparasiten (Babesia canis/gibsoni) verursacht wird und von Zecken beim Blutsaugen übertragen wird. Diese Krankheit schädigt die roten Blutkörperchen, was zu Anämie, hohem Fieber, Mattigkeit und rötlichem Urin führen kann. Unbehandelt verläuft sie häufig tödlich, weshalb eine schnelle tierärztliche Diagnose und Behandlung unerlässlich ist.

  • Aufgrund der mittlerweile vielfältigen Symptome kann eine Erkrankung verzögert erkannt oder schwer zugeordnet werden.
  • Je früher Risiken erkannt und gezielt angegangen werden, desto besser stehen die Chancen auf eine schnelle und erfolgreiche Therapie.

Schutz ist daher nicht „Panik“, sondern Prävention.

 


So schützt du deinen Hund sinnvoll (praktische Schritte)

  1. Zeckenprophylaxe als fester Bestandteil
    Je nach Hund, Lebensstil und Tierarzt-Empfehlung können unterschiedliche Maßnahmen sinnvoll sein (z. B. wirkstoffbasierte Schutzkonzepte). Wichtig: nicht herumprobieren, sondern gezielt beraten lassen.

  2. Regelmäßige Zeckenkontrolle – sofort nach dem Spaziergang
    Besonders nach Wald, Unterholz, Wiesen, langen Grashalmen. Kontrolliere gründlich – vor allem dort, wo Zecken gern „klein und geschützt“ sind:

    • Ohrenränder und Ohrbereich
    • Hals/Ansatz von Halsband oder Geschirr
    • Achseln, Brust, Bauch
    • Leistenbereich
    • zwischen den Hinterbeinen, Pfotenbereiche
  3. Hilfsmittel Mikrofasertücher
    ein Lifehack der sich bewährt hat sind Mikrofasertücher. Mit diesen kannst du deinen Hund nach (oder auch wärend) dem Spaziergang abstreifen, in dem feinen Fasergewebe verfangen sich noch umherlaufende Zecken leicht und können so einfacher gefunden werden.
  4. Zecken richtig entfernen (wenn sie doch da sind)
    Wenn du eine Zecke findest: zügig und korrekt entfernen – und dabei auf Hygiene achten. (Wenn du möchtest, gebe ich dir dafür auch eine kurze „Checkliste“ für Zuhause.)

  5. Früh warnen statt abwarten
    Wenn dein Hund nach einem Zeckenstich Auffälligkeiten zeigt, ist das kein Grund, auf Besserung zu hoffen. Dann gilt: zügig tierärztlich abklären.


Für deinen Hund: 
Setze dich intensiv mit dem Thema „Zeckenprofilaxen“ auseinander

Ich möchte dich wirklich ermutigen, das Thema Zeckenprofilaxe aktiv anzugehen:

1. Schritt: Erstelle einen kurzen Plan für eure Ausflüge (Wald/Wiese/Abseits der Wege: ja/nein).
2. Schritt: Bespreche mit deiner Tierarztpraxis, welcher Schutz am besten zu deinem Hund passt (Alter, Gewicht, Vorerkrankungen, Lebensumfeld).
3. Schritt: Etabliere eine feste Routine zur Kontrolle nach dem Spaziergang – „Hund rein, kurz checken, fertig.“

Babesiose und andere durch Zecken übertragene Krankheiten können jeden Hund betreffen – aber Zeckenschutz reduziert das Risiko erheblich. Zudem kann frühes Erkennen und Handeln entscheidend sein, denn die „Speed of Kill“ ist oft der Schlüsselfaktor bei der Wahl deines Zeckenmittels. Je weniger Möglichkeiten eine Zecke hat, Blut zu saugen, desto größer ist die Chance auf einen gesunden Hund.

 

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